Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Pfarrei | Gebete | Liturgie und Gottesdienst

Tag des Ewigen Gebet jährlich am 17.11.
"Dorf betet den ganzen Tag"

     
Tag des Ewigen Gebetes 1998 in Schröck Am Vormittag in der Kirche: Stille Beter vor dem ausgesetzten Allerheiligsten

17. November - Der Tag des Ewigen Gebets in Schröck

Am Vortag des Ewigen Gebets in Schröck verkündete die Presse:

"Das Beten ist immer noch in"

Schröck, November 2000: Was hier als Zeitungsnachricht viele überrascht, ist in Schröck "alter Brauch" und "gute Tradition" seit Jahrhunderten und im Falle des "Ewigen Gebets" genau seit 110 Jahren. Damals hat der Fuldaer Bischof Joseph Weyland (1987-1894) mit dem Fastenhirtenbrief an den "hochwürdigen Clerus und die Gläubigen der Diözese kund gethan" das "sog. ewige Gebet" im ganzen Bistum eingeführt und für die Landgemeinde Schröck den 17. November zum "Tag des Ewigen Gebets" bestimmt. Er wird seither Jahr für Jahr gehalten und erfreut sich großer Beliebtheit, schließlich "betet das Dorf den ganzen Tag". Er beginnt mit der Frühmesse um 7.30 Uhr und endet mit der Komplet und dem sakramentalen Segen um 20 Uhr.

Das Gebet für den Einzelnen spielt auch nach einer Umfrage, die das evangelischen Magazin «Chrisma» beim Emnid-Institut in Auftrag gegebenen hat eine große Rolle.

Nach der Umfrage glauben 64 Prozent der Bundesbürger, dass die Zwiesprache mit Gott wohltut. Besonders unter den Jüngeren und den Senioren fänden viele, dass Menschen, die beten können, gut dran seien, heißt es in der Erhebung.

Allerdings glauben laut Emnid nur 17 Prozent an die objektive Wirkkraft des Gebets. Zugleich offenbart sich eine deutliche Differenz zwischen West- und Ostdeutschland. Während in den alten Bundesländern jeder fünfte meint, dass Beten die Kraft hat, die Realität zu verändern, glaubt dies nur jeder 14. Ostdeutsche. Auch vertrauen Menschen mit geringem Einkommen der Macht des Gebets eher als gut Verdienende.

 

Der 17. November ist seit 1890 der Tag des "Ewigen Gebets" in der Pfarrei. Für viele Jahre schien es ratsam, den vorausgehenden oder darauffolgenden Sonntag zu nutzen. Wir haben ihn seit 1998 bewußt auf den angestammten Tag zurückgeführt mit der freudigen Überraschung: Das Dorf betet den ganzen Tag...

Hintergrund

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Die "Ewige Anbetung" geht auf das "Vierzigstündige Gebet" zurück, das vor dem ausgesetzten Allerheiligsten erstmals 1527 in Mailand bezeugt ist. Damals wurden die Gläubigen aufgefordert, vierzig Stunden vor dem Sakrament zu verharren, um Gottes Hilfe in schwerer Kriegsnot zu erlangen. Diese Übung sollte viermal im Jahr gehalten werden: zu Ostern, Pfingsten, Mariä Himmelfahrt und Weihnachten. Papst Clemens VIII. dehnte dies schon 1529 auf eine ewige Anbetung aus: in einem jährlich neu beginnenden Zyklus wurden in den Kirchen einer Stadt aufeinanderfolgend vierzigstündige Gebete gehalten, so daß sich eine fortlaufende, eine "ewige" Anbetung ergab.
Die ursprüngliche Begründung für dieses Zeitmaß lag in den vierzig Stunden der Grabesruhe des Herrn. Die alte Kirche ehrte diese Zeit durch Fasten, Wachen und Beten am Heiligen Grab. Und seit dem zehnten Jahrhundert wurde dann an einzelnen Orten das eucharistische Sakrament in das Grab gelegt, vor dem man betete. Dieser Gedanke ging allerdings zunehmend verloren, als seit dem siebten Jahrhundert die Vorverlegung der Ostervigil immer weiter in den Karsamstag hereingriff.
So wurde schon 1560 von Pius IV. das vierzigtägige Fasten Jesu als Rechtfertigung für die neue Form der Anbetung angeführt. Seit dem Barock wurde das vierzigstündige Gebet zudem in vielen Kirchen - besonders gefördert durch die Jesuiten gehalten.

Hierzulande bekam die "Ewige Anbetung" eine eigene Form: die Aussetzung des Altarsakraments. Es wandert reihum durch die Kirchen eines Bistums, wobei nachts die Anbetung zumeist in einer Klostergemeinschaft erfolgt. Dazu bestimmt das Kirchenrecht (Can. 942): "Es wird empfohlen, daß in diesen Kirchen und Kapellen (in denen die Eucharistie aufbewahrt wird) alljährlich eine feierliche Aussetzung des Allerheiligsten erfolgt, die eine angemessene, wenn auch nicht zusammenhängende Zeit dauert, damit die örtliche Gemeinde das Geheimnis der Eucharistie tiefer bedenkt und verehrt; eine Aussetzung dieser Art darf aber nur vorgenommen werden, wenn die Versammlung einer angemessenen Zahl von Gläubigen zu erwarten ist." (...)

Zudem kann der Bischof "in einer schweren und Allgemeinen Not" gestatten, "daß in vielbesuchten Kirchen vor dem ausgesetzten Allerheiligsten während eines längeren Zeitraums Bittandachten gehalten werden" (so die Eucharistieinstruktion von 1967, Nr.64).

Das Ewige Gebet im Bistum Fulda

DPQ [Quellen und Abhandlungen Nr. 011]
Auch: Bischof Weyland bestimmte Datum für Ewige Anbetung. In: Bonifatiusbote 46/1999, S. 18

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Am 31. März 1890 wird durch Bischof Joseph Weyland (1887-1894) mit dem Fastenhirtenbrief an den "hochwürdigen Clerus und die Gläubigen der Diözese kund gethan" das "sog. ewige Gebet" im ganzen Bistum eingeführt.

Im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Fulda 6(1890), Nr. 25 heißt es dazu:

"1) Das ewige Gebet beginnt in den Kirchen der unten genannten Orte um 6 Uhr Morgens und endet um 7 Uhr Abend.
... 3) Die Gläubigen sind zum eifrigen Empfang der hl. Sakramente am Tage des ewigen Gebetes ihrer Gemeinde zu ermuntern und wollen sich die hochwürdigen Geistlichen bei der Spendung des hl. Bußsakramentes fleißig unterstützen und aushelfen.
... 5) Die Andacht ist durch möglichste Feierlichkeit auch in Ausschmückung der Kirchen, Altäre durch die Paramente etc. auszuzeichnen."

Die Reihe der Anbetungstage wird für den November für die Pfarreien in Oberhessen wie folgt festgelegt:

November Tag Gemeinden
  4. Allendorf
  5. Emsdorf
  6. Amöneburg
  7. Rüdigheim
  8. Anzefahr mit Sindersfeld
  9. Stausebach u. Himmelsberg
  10. Bauerbach
  11. Ginseldorf
  12. Mardorf
  13. Neustadt
  14. Momberg
  15. Niederklein
  16. Roßdorf
  17. Schröck
  18.  
  19. Erfurtshausen
  20.  
  (...)  
     

 

Veränderung

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"Ewig Gebet" ist bei uns keine volkskirchliche Veranstaltung mehr. Mehr und mehr fühlen sich von dieser Gebetsform nur noch die Kerngemeinden angesprochen. Ein Grund, den nächstgelegenen Sonntag zu nützen, um möglichst vielen Mitchristen die Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, hat sich erübrigt, zumal viele Freizeitgewohnheiten der Menschen die Wochenenden belegen und dafür auch an Wochentagen noch eher "freie Zeiten" möglich sind. Der feste Termin am 17. November eines jeden Jahres eröffnet neue Möglichkeiten der Teilnahme, er soll zukünftig nicht mehr verschoben werden.

1999 wird der Tag des Ewigen Gebets in Schröck wie folgt gestaltet werden:

Mittwoch, 17.11.99

Eröffnung des Ewigen Gebets mit der Meßfeier um 7.30 Uhr in der Frühe und Aussetzung des Sakramentes.

Von 8 Uhr bis 19 Uhr sollen jeweils (mind.) zwei Gläubige für je eine Stunde eine Gebetswache übernehmen.

Kinderbetstunde, 17.11.99Eigene, gestaltete Gebetstunden (30-60 Min.) halten die Senioren: 10.30 Uhr, die Frauengemeinschaft (14 Uhr), die Kinder (15 Uhr), die Kolpingsfamilie (17.30).

Die Kinder versammeln sich um die Monstranz. Wir beugen die Knie, wir verbrennen Weihrauch, wir singen und hören vom Brot, das für uns das "Allerheiligste" ist, weil Jesus darin ist.

Um 12.00 Uhr ist ein Mittagsgebet, um 18.00 Uhr eine Vesper (anschl. Beichtgelegenheit)

Abschluß ist um 20 Uhr mit der Komplet, TeDeum und dem Sakramentalen Segen und bei guter Witterung eine Sakramentsprozession um die Kirche.

Lit.: Eberhard Murzko: Tag des Ewigen Gebetes. In: Gottesdienst 33(1999), 166.

Erfahrungsberichte

Dienstag, 17.11.98:

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Papst Johannes Paul II.: “Über das Geheimnis und die Verehrung der heiligsten Eucharistie” vom 24. 2.1980
http://www.stjosef.at/dokumente/cena_domini.htm

Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11

09.10.1998 / 11.11.1999 / 17.11.2000