Die Feier der Trauung .
Texte aus alter und neuer Zeit | Warum kirchlich heiraten? | Einführung
Wie
Christen über die Ehe denken, und wie wir in Schröck und anderswo die Kirchliche Eheschließung feiern
Entscheidung Sexualität Ehevorbereitung Die Feier der Trauung
Erwartung Ehe aus dem
Glauben
Konfessionsver-
schiedene Ehe
 
Partnerschaft Ehe als Sakrament Eheschließungsform  
Lernprozeß Ehe Die kirchliche
Eheschließung
Wiederheirat?  

Entscheidung.

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"Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens." Dieses Versprechen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten unzählige Frauen und Männer vor dem Traualtar gegeben. Auch heute beginnen viele Brautleute ihren gemeinsamen Lebensweg mit einer solchen gegenseitigen Zusage.

Mehr und mehr Menschen fragen sich jedoch, ob sie angesichts der erheblichen Schwierigkeiten, die das Leben in Ehe und Familie mit sich bringt und wegen der vielen scheiternden Ehen überhaupt eine Ehe vor dem Standesamt oder vor dem Traualtar eingehen sollen. Viele zweifeln, ob sie überhaupt zu lebenslanger Treue fähig sind.

Wir glauben: Verunsicherung entsteht durch die Vielfalt der Meinungen in unserer Gesellschaft über die Ehe. "Ehe ohne Trauschein", "Ehe mit Bedingungen", "Ehe auf Zeit", "Ehe zur Probe". Das sind nur einige der Auffassungen, nach denen Paare versuchen, ihr Leben gemeinsam zu gestalten. Diese Versuche, die im Gegensatz zum christlichen Eheverständnis stehen, bieten aber offensichtlich keine besseren Chancen für ein glückliches Zusammenleben der Geschlechter, weil bei ihnen jederzeit die Lösung des eingegangenen Verhältnisses möglich ist. Das wird als ständiger Unsicherheitsfaktor empfunden. Wie kann heute das Zusammenleben von Mann und Frau in einer gottgewollten Ehe gelingen? Auf diese Frage möchten Christen eine Antwort geben.

Erwartung

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Jeder Mensch hat den Wunsch, seine ihm von Gott gegebenen Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten, um so zur Erfüllung seines Lebens zu kommen. Das kann er nicht allein leisten. Er braucht zu seinem Glück immer die Beziehung zu anderen Menschen, besonders zum andersgeschlechtlichen Partner. Die intensivste menschliche Beziehung ist dort gegeben, wo sich eine Frau und ein Mann frei für ein ganzes Lebens aneinander binden. Die eheliche Lebensgemeinschaft ist für die meisten Menschen der Weg zur Entfaltung der Persönlichkeit und zu echter Selbstverwirklichung. In unserer Welt wächst die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Man wünscht sich einen Partner, dem man vertrauen, auf den man sich verlassen kann, der durchhält und zu einem steht in guten und schlechten Tagen. Es wächst die Sehnsucht nach einem Partner, der nicht nur die eigene Befriedigung sucht, sondern sagt: "Es ist gut, daß es dich gibt. Ich will dich so annehmen, wie du bist, mit deinen Vorzügen und Schwächen. Ich will dir wohl. Ich will, daß du glücklich bist. Ich will mit dir mein Leben teilen." Eine solche Liebe macht mit dem Partner ganz ernst. Ist sie ohne Treue denkbar? Wir glauben: Treue meint Dauer; Treue auf Zeit gibt es nicht. Trennung bedeutet immer seelische Verletzung und bringt Schmerz und Kummer. Treue bewährt sich vor allem bei Schicksalsschlägen und in Ehekrisen, in denen vielleicht einer das Ja-Wort zurücknehmen möchte.

Partnerschaft.

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Partnerschaft in der Ehe ist nicht egoistische Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Beide Partner sind gleichwertig und gleichberechtigt, keiner ist über- oder untergeordnet. Sie bringen sich mit ihren Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten in ihre Beziehung ein. Jeder muß die Andersartigkeit des Partners anerkennen und gelten lassen. Beiden ist die Aufgabe gestellt, in einem langen Prozeß immer mehr "Wir" zu werden. Damit dieser Prozeß gelingen kann, ist es wichtig, daß die Ehepartner miteinander reden, daß sie ihre Gefühle ausdrücken, ihre Wünsche äußern und aufgreifen, sich ihre Erlebnisse mitteilen und gemeinsam verarbeiten. Das offene Gespräch, in dem auch Kritik als Ausdruck der Liebe möglich ist, trägt zum Gelingen der personalen Gemeinschaft bei.

Gemeinsame Arbeit und Sorge, gemeinsames Spiel und Hobby, gemeinsames Lachen und Trauern vertiefen die Beziehung zwischen Mann und Frau. Dennoch muß ein persönlicher Freiheitsraum erhalten bleiben.

Gleichzeitig brauchen Ehepaare Kontakte zu anderen Menschen, damit ihre Ehe nicht durch "Einsamkeit zu zweit" gefährdet wird. In einer so beschriebenen Partnerschaft wird es immer auch zu Konflikten kommen. Sie gehören zum Reifungsprozeß einer Ehe. Leider führen Konflikte nicht selten zu einer Ehekrise. Statt die Mühe einer Bewältigung auf sich zu nehmen, wird häufig vorschnell die Scheidung angestrebt. Um Spannungen und Konflikte auszuhalten, besprechen und austragen zu können, braucht man oft die Hilfe Dritter, etwa der Eheberatung.

Wir glauben aber auch: Jede Krise ist eine Chance.

Lernprozeß Ehe

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Partnerschaftliche Liebe ist nicht von Anfang an in der ganzen Fülle gegeben. Ehe ist ein Unterwegssein. Frau und Mann stehen dabei in einem schöpferischen Lernprozeß. Die Hoffnung auf eine Vertiefung ihrer Liebesbeziehung ist die Kraft, die sie immer wieder neu beginnen läßt. Aus der anfänglichen, willentlichen Bereitschaft zu lebenslanger Gemeinsamkeit kann eine reife, schenkende Liebe werden, die nicht einengt, sondern befreit.

Sexualität.

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Mann und Frau sind von ihrer Geschlechtlichkeit durchgehend geprägt. Die Unterschiedlichkeit übt eine starke gegenseitige Anziehungskraft aus. Durch eine Vielfalt von Gesten und Zeichen können Menschen sich ihre Zuneigung zeigen. Im Zusammenleben der Eheleute findet sich eine Fülle von Möglichkeiten, zärtlich miteinander umzugehen. Die geschlechtliche Vereinigung übertrifft alle anderen Gesten an Innigkeit und Leidenschaft und dient in besonderer Weise der personalen Entfaltung von Frau und Mann.

Sie ist hingeordnet auf die Weckung neuen Lebens. In den Kindern wird das Einssein anschaubar. Es gibt mannigfaltige Ausdrucksweisen der vollen körperlichen Hingabe. Mit Unbefangenheit und Freude am eigenen Körper sollten Eheleute die Form wählen, die ihrer konkreten Lebenssituation und ihrer körperlich-seelischen Eigenart entspricht. In der Unmittelbarkeit der geschlechtlichen Begegnung sind Mann und Frau außerordentlich leicht verletzbar. Daher gehören Geduld, gegenseitige Achtung, Rücksicht und liebevolle Phantasie zu den Voraussetzungen für das Gelingen sexueller Beziehungen. Es kommt darauf an, daß jeder durch den anderen glücklich wird. Erfüllte geschlechtliche Begegnung von Frau und Mann gehört zu den intensivsten Glückserfahrungen, die Gott dem Menschen schenkt.

Ehe aus dem Glauben.

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Ist lebenslange Treue eine Überforderung? Ängste und Befürchtungen sind begründet. Ehe bleibt immer ein Wagnis. Ihre Entwicklung ist weder in allem vorhersehbar noch planbar. Es gehört Mut dazu, eine Ehe mit den geforderten Konsequenzen einzugehen. Dazu hilft der Glaube an einen Gott, der in Jesus Christus für alle sichtbar gemacht hat, daß er in dauernder Liebe den Menschen nahe ist und sie so annimmt, wie sie sind. Für viele Eheleute bedeutet dieser Glaube eine größere Hilfe für das Gelingen ihrer Liebesbeziehungen. Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Beide sind aufeinander bezogen und bedürfen einander. Gott will die Ehe. Er will, daß Frau und Mann in der Ehe gemeinsam ihr Leben verwirklichen. In der ehelichen Gemeinschaft werden seine Liebe und Treue zu den Menschen sichtbar und erfahrbar. Treue ist zuerst Geschenk. Der Glaubende kann sie wagen, weil er sich von Gott getragen weiß. Die Hoffnung, die so viele Menschen in die Ehe setzen, ist also nicht trügerisch.

Ehe als Sakrament.

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Wenn Glaubende ihren Lebensweg gemeinsam in einer Ehe gehen wollen, geben sie sich das Eheversprechen vor dem Priester, den Zeugen und der versammelten Gemeinde. Bei aller festlicher Freude bedrängt die Beteiligten die Frage nach dem Gelingen dieser Verbindung. In dieser Situation sagt die Kirche durch die Verkündigung des Wortes, durch Gebet und Segen Hilfe und Beistand von Gott zu. Gottes Liebe und Nähe werden spürbar durch die Anwesenheit von Freunden, Verwandten und Bekannten. Gott sagt "JA" zum Menschen und teilt ihm diese Liebe im Laufe der Geschichte mit. Der Mensch antwortet in Liebe und sagt "JA" zu Gott. Dieser Bund wird in Jesus Christus verwirklicht und besiegelt und verheißt allen Menschen endgültig Glück und Heil. Diese Wirklichkeit wird in jeder Zeit sichtbar und erfahrbar durch die Gemeinschaft der Glaubenden. Ehe ist Sakrament, ein Zeichen, das sich die Brautleute im Angesicht der Kirche selbst spenden - oder besser gesagt feiern! Für Glaubende sind liebende Hingabe und Treue in der Ehe Bild des Bundes zwischen Christus und der Kirche. Ehe ist aber nicht nur Bild. Gottes Liebe zu den Menschen und Christi Hingabe an seine Kirche werden Gegenwart in der gelebten Liebe zwischen Mann und Frau.

Die kirchliche Eheschließung.

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Die Ehe ist vorrangig ein persönlicher Liebesbund, der sich zur Familie ausweiten soll. Er betrifft aber auch das Leben in der Gemeinschaft der Kirche und der bürgerlichen Gesellschaft. Nach katholischem Verständnis stellt die Ehe unter Getauften darüber hinaus ein Sakrament dar. Während zivile Gesetze die eheliche Lebensgemeinschaft im staatlichen Bereich regeln, dient das kirchliche Eherecht der sakramentalen Ordnung.

 

Ehevorbereitung.

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Die Ehe kommt durch das Ja-Wort von ehefähigen Partnern zustande. Beide müssen den Bund für das ganze Leben schließen wollen. Dabei sind Unauflöslichkeit, eheliche Treue und Hinordnung auf Nachkommenschaft unaufgebbare Wesensmerkmale dieses Bundes. Auf sie hat sich der innere Ehewille zu richten, der bei der Heirat nach außen hin kundgetan wird. Damit ein Paar kirchlich getraut werden darf, muß sicher sein, daß es sich bei den Heiratswilligen um freie, ehefähige Partner handelt, die den rechten Ehewillen haben. Das wird mit dem sog. "Ehevorbereitungsprotokoll" erfragt und festgehalten.

Deshalb ist rechtzeitig (etwa 2-3 Monate) vor dem angezielten Heiratstermin mit einem katholischen Geistlichen Kontakt aufzunehmen (das ist in der Regel der Heimatpfarrer eines der beiden Heiratswilligen). Alles zur Vorbereitung der kirchlichen Trauung Notwendige kann so mit Hilfe des Pfarrbüros geregelt werden.
Bei der
Vorbereitung ist es noch wichtiger, weniger den äußeren Glanz zu besprechen, sondern innere Motive, Bereitschaft und Kirchenbindung zu reflektieren.

Konfessionsverschiedene Ehe.

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Die Ehe als innige Lebens- und Liebesgemeinschaft umfaßt wesentlich auch den religiösen Bereich. Der Konfessionszugehörigkeit und der kirchlichen Bindung kommen dabei große Bedeutung zu. Einer konfessionsverschiedenen Ehe kann deshalb nur zugestimmt werden, wenn der katholische Partner verspricht, in seiner Ehe den katholischen Glauben zu leben und zu bezeugen. Im Hinblick auf die Nachkommenschaft hat er die Gewissensverpflichtung zu übernehmen, die Kinder katholisch taufen zu lassen und zu erziehen, soweit es in der Ehe möglich ist. Um diese Gewissensbindung muß der andersgläubige Partner wissen. Sollte der Katholik in der konkreten ehelichen Situation eine nichtkatholische Taufe und Erziehung zulassen müssen, so bleibt er weiterhin verpflichtet, in der Familie vorbildlich zu leben, überzeugend zu glauben und um die Einheit im Glauben zu beten.

Eheschließungsform.

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Wegen des kirchlich sakramentalen Charakters der Ehe ist jeder Katholik gehalten, die Ehe in der katholischen Kirche vor dem zuständigen Geistlichen und zwei Zeugen zu schließen. Daß sich jedoch die Brautleute durch ihr Ja-Wort das Sakrament der Ehe selbst spenden, kann bei Konfessionsverschiedenheit aus schwerwiegenden Gründen durch den Bischof von der Einhaltung der katholischen Eheschließungsform befreit werden (Dispens). Die Brautleute müssen sich dann entscheiden, ob sie die Ehe vor dem Standesbeamten oder in der evangelischen Traufeier begründen wollen. Für die "Gemeinsame Trauung", bei der wegen der Bindung der Brautleute zu der eigenen Kirche die geistlichen beider Konfessionen mitwirken, gilt die Regel, daß der katholische Geistliche die Trauung vornimmt, wenn sie in der katholischen Kirche stattfindet, der evangelische Geistliche, wenn sie in der evangelischen Kirche erfolgt. Für den letzteren Fall bedarf es der bischöflichen Erlaubnis.

Wiederheirat?

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Weil das Ehesakrament ein unauflöslicher Lebensbund ist, kann die katholische Kirche die staatliche Ehescheidung nicht als Auflösung des Ehebandes anerkennen. Geschiedene können deshalb zu Lebzeiten ihres früheren Partners grundsätzlich nicht zur katholischen Eheschließung zugelassen werden. Eine Ausnahme bilden die seltenen Fälle, in denen die frühere Ehe kirchlicherseits für nichtig erklärt werden konnte. Auskunft über die Voraussetzungen hierzu gibt jeder katholische Geistliche oder direkt das Bischöfliche Ehegericht in Fulda oder jeder anderen Diözese.

Die Feier der Trauung

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Die Feier der kirchlichen Eheschließung ist ein Gottesdienst. Er bedarf nicht nur der sorgfältigen äußeren Vorbereitung, sondern auch der inneren Zurüstung, namentlich durch den Empfang der Eucharistie und des Bußsakramentes. Für den Termin der Traufeier ist es ratsam, sich rechtzeitig mit dem Pfarrbüro in Verbindung zu setzen. Wir haben in unserer Gemeinde die Gewohnheit, an Samstagen die Feier der Trauung um 14 Uhr in der Pfarrkirche zu halten.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen gerne unsere Pfarrsekretärin Frau Edeltraud Krahn oder Pfarrer Stefan Krönung zur Verfügung.

Tel. 06424/92230

Links:

Kirchliche Dokumente über Hochzeit und Ehe

Warum kirchlich heiraten? |

Wer mit dem Herzen sieht...
Online-Ratgeber für das Leben zu zweit von
Jakob Vetsch-Thalmann (
www.seelsorge.net)
 

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